Konstruktion: Kategorisierung:NP_ist_das_halbe_Leben

Ordnung ist ja bekanntlich das halbe Leben. Oder sollte es heißen:
{
KE:EntitätBürokratie
ist das halbe LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben
}
?

C36D52...22623C
NKU11/APR.06769 Nordkurier, 19.04.2011; GANZ NEBENBEI

Kurzname der Konstruktion:

Kat.:NP_ist_das_halbe_Leben

Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie Kategorisierung_metaphorisch:XP_Kopula_YP

Die Konstruktion wird in der Literatur bzw. in Grammatiken auch thematisiert unter:

Konstruktionstyp:

Syntaktische Konstruktion

Syntaktische Konstruktion: Phraseoschablonen/Phrasemkonstruktionen

Struktur/Form der Konstruktion:

NP_ist_das_halbe_Leben

Bei der Konstruktion (Kxn) Kategorisierung:NP_ist_das_halbe_Leben, die zur Familie Kategorisierung_metaphorisch:XP_Kopula_YP gehört, handelt es sich um ein produktives, teilschematisches ‚Sprichwortmuster‘ (Steyer 2012; Steyer & Hein 2018) des Deutschen, das sich über serielle Modifikation aus dem lexikalisierten Sprichwort Ordnung ist das halbe Leben. ( zum SWB-Eintrag) herausgebildet hat und eine große Menge an okkasionellen, nicht-sprichwörtlichen Bildungen lizenziert (vgl. Stutz 2024: 272-278).

Die Bedeutung einer konkreten Realisierung wird maßgeblich durch deren lexikalisierten Teil (ist_das_halbe_LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben) vorbestimmt. Diesem wird eine KE:EntitätEntität, die zumeist einen Wert beschreibt, vorangestellt. Sie erhält besondere Bedeutsamkeit, Gewicht und Wirkungskraft.

Die obligatorischen Bestandteile der Konstruktion sind das lexikalisch feste Kern-Konstruktionselement (KE-lex) ist_das_halbe_LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben und das interne Kern-Konstruktionselement (Kern-KE) KE:EntitätEntität.

Morphosyntaktische Komplexität & Kategorie

einfacher SatzV2
Schematizität Idiomatizität Beschränkungen
0.5 idiomatisch ja (formseitig + semantisch/pragmatisch)

Konstruktionselemente (KE) Kern Konstruktionselemente mit lexikalisch festen Instanzen (KE-lex)

ist_das_halbe_Leben

Das KE-lex ist_das_halbe_LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben wird stets als Mehrworteinheit kontinuierlich hinter dem KE:EntitätSubjekt des Satzes realisiert. Einer KE:EntitätEntität wird besondere Wichtigkeit zugeschrieben, indem ihr die Hälfte des Lebens als (zeitlicher) Raum metaphorisch zugesprochen wird.

{
KE:EntitätFreizeit
ist das halbe LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben
}
! Sich dieses Themas bewusst zu werden ist besonders jenen zu empfehlen, die in Bälde oder gerade eben in den Ruhestand eintreten und auch jenen, die man als Workaholics bezeichnet.

D4A70C...9C7A16
LTB17/MAI.01308 Luxemburger Tageblatt, 18.05.2017; ohne Titel

Evoziert die folgenden Frames:

Konstruktionselemente (KE) Kern Weitere Konstruktionselemente (KE)

Entität

Das interne Kern-KE KE:EntitätEntität wird stets durch eine Nominalphrase realisiert, die die Subjektposition einnimmt. Dieses Kern-KE kann durch Werte oder abstrakte Konzepte repräsentiert werden, denen Einfluss im und auf das Leben zugeschrieben wird.

Diabetiker-Selbsthilfegruppe: Treffen zum Thema: "
{
KE:EntitätBewegung
ist das halbe LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben
}
" , Referentin : Hannelore Quint von der BSG, im Feuerwehrhaus, Teichweg (19 Uhr). Odernheim

69FD71...0F7CB3
RHZ16/JUN.32014 Rhein-Zeitung, 30.06.2016, S. 20;
"
{
KE:EntitätImprovisation
ist das halbe LebenKE-lex:ist_das_halbe_Leben
}
. " An diesen Spruch mögen sich am Samstag manche Besucher der Catzenelnbogener Ritterspiele erinnert haben, als vor dem ersten Turnier des Tages die Tontechnik ihren Geist aufgab. "Wegen der Hitze", so die Erklärung.

69FB0E...B0B22C
RHZ25/JUN.18003 Rhein-Zeitung, 30.06.2025, S. 18;

Evoziert die folgenden Frames:

Typische Realisierungen:

NP

Konstruktionselemente (KE) Nicht-Kern

Konstruktionselemente (KE) Korrelierende Elemente (KorE) exemplarisch

Steyer, Kathrin (2012): Sprichwortstatus, Frequenz, Musterbildung. Parömiologische Fragen im Lichte korpusmethodischer Empirie, in: Steyer, Kathrin (Hrsg.): Sprichwörter multilingual. Theoretische, empirische und angewandte Aspekte der modernen Parömiologie, Tübingen: Narr, 287–314.
Steyer, Kathrin / Hein, Katrin (2018): Usuelle satzwertige Wortverbindungen und gebrauchsbasierte Muster, in: Engelberg, Stefan / Lobin, Henning / Steyer, Kathrin / Wolfer, Sascha (Hrsg.): Wortschätze. Dynamik, Muster, Komplexität, Berlin/Boston: De Gruyter, 107–129.
Stutz, Lena (2024): „Wo ein Sprichwort ist, ist auch ein Muster.“ Korpusbasierte Studien zur Produktivität und Schematizität deutscher Sprichwortmuster, Linguistische Berichte 279, 246–306.
SWB. Sprichwörterbuch OWID, https://www.owid.de/service/stichwortlisten/sprw.