Konstruktion: Verb_Agentiv:be-N

Kein Mitleid ", erwidert Ollie," und ich sterbe wahrscheinlich an einer Lungenentzündung! " Laurels immer wieder scheiternde Versuche , Hardy zu
{
beKE-lex:be
KE:Basismutter
KE:Flexionselementn
}
, machen den Großteil des restlichen Films aus . Ein geplatztes Rohr spritzt Wasser über Hardy, während der im Bett liegt; Laurel stolpert, wobei er einen Eimer Wasser über Hardy schüttet, und Laurel schafft es, Hardy ständig mit vielerlei anderem Unfug zu malträtieren.

C9D744...A2C6CF
Laurel und Hardy: They Go Boom. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 09.11.2025.

Diese Konstruktion ist Teil der Konstruktionsfamilie Derivation:V(Präfix_N)

Die Konstruktion wird in der Literatur bzw. in Grammatiken auch thematisiert unter:

Konstruktionstyp:

Morphologische Konstruktion

Morphologische Konstruktion: Wortbildung

Struktur/Form der Konstruktion:

be-N-(e)n

Die Konstruktion Verb_Agentiv:be-N gehört zu der Form-Familie Derivation:V(Präfix_V) und stellt ein gängiges Wortbildungsmuster im Deutschen dar, bei dem ein Verb durch die Präfigierung eines agentiven Nomens gebildet wird (vgl. Fleischer/Barz 2012: 385). Die Bezeichnung der Konstruktion als ‚agentiv‘ weist darauf hin, dass nur personenbezeichnende Substantive bzw. Nomen (Freundsich befreunden, Mutterbemuttern, Feindbefeinden) als Basis dienen können (vgl. Fleischer/Barz 2012: 385). Die Bedeutung der Konstruktion lässt sich wie folgt auffassen: "Eine Person verhält sich wie X" (jmdn. bemuttern) oder "Eine Person behandelt eine andere Person oder eine Sache als X" (jmdn., etw. befeinden) (vgl. ebd.: 382).

Die obligatorischen Bestandteile der Konstruktion (Kxn) sind das Präfix be-KE-lex:be als lexikalisch festes Kern-Konstruktionselement (KE-lex), eine nominale KE:BasisDerivationsbasis und das KE:FlexionselementFlexionselement als interne Kern-Konstruktionselemente (Kern-KE).

Morphosyntaktische Komplexität & Kategorie

komplexes WortDerivation
Schematizität Idiomatizität Beschränkungen
0.67 unidiomatisch ja (formseitig)

Konstruktionselemente (KE) Kern Konstruktionselemente mit lexikalisch festen Instanzen (KE-lex)

be

Das KE-lex be-KE-lex:be ist ein Präfix, das an eine nominale KE:BasisBasis angehängt wird, um ein neues Verb zu bilden. Das Präfix be- gilt als ein insgesamt hochproduktives Präfix, das nur Verben als Resultat der Derivation ergibt (vgl. Müller/Olsen 2022: 52).

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

»Es gibt keine Sache in der ganzen Welt, die dieser an Größe gleichkommt« - ich behaupte nicht, ich zitiere -, das ist eine Ueberzeugung, die so tief und andächtig in mir ruht (man pflegt das Vokation zu nennen), daß ich sie nicht oft und laut genug bekennen kann. Wenn ich auch ganz gut weiß , daß neun Zehntel der gebildeten Welt die Bewegung noch geringschätzen und ignorieren - und eines dieser Zehntel sie sogar
{
beKE-lex:be
KE:Basisfeind
KE:Flexionselementet
}
- das tut nichts - ich appelliere an die Zukunft . Das zwanzigste Jahrhundert wird nicht zu Ende gehen, ohne daß die menschliche Gesellschaft die größte Geißel - den Krieg - als legale Institution abgeschüttelt haben wird.

73F46A...4E0660
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 70556

Konstruktionselemente (KE) Kern Weitere Konstruktionselemente (KE)

Basis

Das interne Kern-KE KE:BasisBasis wird durch ein Substantiv realisiert, das eine Person bezeichnet. Die Semantik der Basis bildet die Grundlage für das Derivat: So bezeichnet Mutter eine weibliche person, die ein Kind geboren hat und sich um das Kind oder um eine andere Person bzw. Personengruppe kümmert (vgl. DWDS-Eintrag), während bemuttern bedeutet, dass sich eine Person jemandem gegenüber wie eine Mutter verhält, d.h. ihn fürsorglich betreut oder versorgt (vgl. DWDS-Eintrag).

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

Schon seit 1780 verfasste Salis Gedichte. In Paris frequentierte er das Cabinet de littérature allemande von Adrian Christian Friedel , mit dem er sich
{
beKE-lex:be
KE:Basisfreund
KE:Flexionselementete
}
. Christian Erni äusserte die Vermutung, jener habe ihn auf die schweizerischen und deutschen Almanache aufmerksam gemacht, in denen er seine Gedichte veröffentlichte.

F344E5...4882F4
Johann Gaudenz von Salis-Seewis. In: Wikipedia: Die freie Enzyklopädie. 01.01.2026.

Typische Realisierungen:

N

Flexionselement

Das interne Kern-KE KE:FlexionselementFlexionselement gehört nicht zu den wortbildenden Morphemen (vgl. Fleischer/Barz 2012: 88). Die KE:FlexionselementFlexionselemente werden verwendet, um unterschiedliche Formen eines Wortes (hier: eines Verbs) zu bilden, z.B. -en für die Invinitivform. Dieses Kern-KE kann aus einem oder aus mehreren Morphemen bestehen. Somit liegt ein einteiliges KE:FlexionselementFlexionselement in Sie bemutter+t vor (nämlich -t für die 3. Person Singular Präsens Indikativ), während in bemutter+te+st ein zweiteiliges KE:FlexionselementFlexionselement realisiert ist (-te für Präteritum und -st für die 2. Person Singular).

Evoziert die folgenden Frames:

Beispiel:

Ich bin lange genug im Geschäft, um das zu spüren. Eigentlich hatte ich vor , jetzt zu Youssef zu gehen und ihm zu sagen , daß mein Partner mich
{
beKE-lex:be
KE:Basisspitzel
KE:Flexionselementt
}
. Aber keine Angst.

38AE67...694AD6
rjouni, Jakob: Chez Max, Zürich: Diogenes 2006, S. 188
Vom Gasthaus sollte Jonas Limonade holen. Allein , ohne Taschenlampe solle er durch die Finsternis hinauf zum Gasthaus marschieren und den Löhnebergers , die noch späte Gäste
{
beKE-lex:be
KE:Basiswirt
KE:Flexionselementeten
}
, eine Flasche abkaufen . Der Geldschein, den er aus der Tasche zog, ließ Jonas große Augen machen und seine Eltern leise aufstöhnen.

CED636...8D65E3
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 257
Kern-KE-Sets
BasisFlexionselement

Konstruktionselemente (KE) Nicht-Kern

Konstruktionselemente (KE) Korrelierende Elemente (KorE) exemplarisch

Fleischer, Wolfgang / Barz, Irmhild (2012): Wortbildung der deutschen Gegenwartssprache, 4., völlig neu bearb. Aufl., Berlin/Boston: De Gruyter.
Müller, Peter / Olsen, Susan (2022): Systematische Einführung in die Wortbildung, in: Müller, Peter O. / Olsen, Susan (Hrsg.): Wortbildung, Berlin/Boston: De Gruyter, 37–116.